Der Erste Beigeordnete der Stadt Gerolstein, Gotthard Lenzen, hat den neu gewählten Stadtbürgermeister Winfried Wülferath in der Stadtratssitzung am 22. April 2026 in sein Amt eingeführt. Zahlreiche Zuschauer fanden sich zur feierlichen Amtseinführung ein.
Mit klaren Worten, einem bodenständigen Auftreten und einem optimistischen Blick in die Zukunft hat der neue Stadtbürgermeister Winfried Wülferath seine Antrittsrede für die Stadt Gerolstein gehalten. Unter dem Motto „Ich will so bleiben, wie ich bin – ein normal one“ – angelehnt an Jürgen Klopp – machte er deutlich: Er möchte Bürgermeister für alle Bürgerinnen und Bürger sein, gemeinsam mit dem Stadtrat und in enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung.
Gerolstein – stark in Stadt und Stadtteilen
Der Bürgermeister stellte die besondere Stärke Gerolsteins heraus: das enge Miteinander von Innenstadt und Stadtteilen. Ob in der Kernstadt oder in den Dörfern – überall sei gutes Leben möglich. Der dörfliche Charakter, sei ebenso wichtig wie das städtische Leben. Seine Botschaft ist klar: Stadt und Stadtteile halten zusammen. Auch Sarresdorf und die Innenstadt gehören untrennbar zusammen – „wir brauchen einander“.
Lebensqualität, Zusammenhalt und Engagement
Gerolstein ist nicht nur ein attraktiver Wohnort, sondern auch ein Ort mit starkem gesellschaftlichem Zusammenhalt. Besonders hervorgehoben wurde das vielfältige Vereinsleben – von Feuerwehr, DRK, Karnevalsvereine über Sportvereine bis hin zum Seniorenförderverein. Auch im sozialen Bereich sieht sich die Stadt gut aufgestellt: „Pflegeangebote für ältere Menschen sowie Unterstützung für Menschen mit Beeinträchtigungen sind vorhanden. Familien profitieren von bestehenden Kindertagesstätten, während in Müllenborn derzeit eine neue Kita entsteht. Erfreulich ist zudem die gelungene Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, die das gesellschaftliche Leben bereichern.“
Wirtschaft, Infrastruktur und Tourismus
„Als bedeutender Wirtschaftsstandort ist Gerolstein weit über die Region hinaus bekannt – allen voran durch den Gerolsteiner Brunnen. Doch auch zahlreiche mittelständische Unternehmen, das Handwerk und der Einzelhandel prägen die Stadt. Die gute Verkehrsanbindung mit Bahnhof und ZOB macht Gerolstein zu einem wichtigen Knotenpunkt. Gleichzeitig spielen Tourismus und Veranstaltungen eine zentrale Rolle für die Attraktivität der Stadt.“
Herausforderungen im Blick
Neben vielen positiven Entwicklungen sprach der Bürgermeister auch offen über bestehende Herausforderungen. Die ärztliche Versorgung sei zwar insgesamt gut, insbesondere im hausärztlichen Bereich, jedoch müsse die fachärztliche Versorgung weiter verbessert werden. Ein weiterer Fokus liegt auf der Belebung der Innenstadt: Leerstände sollen beseitigt und die Attraktivität gesteigert werden. Projekte wie das Telefonmuseum und ein aktives Stadtarchiv seien dabei wichtige Bausteine.

Große Projekte – Gerolstein im Wandel
„Der Blick in die Zukunft zeigt: Gerolstein wird sich in den kommenden drei Jahren deutlich verändern. Zahlreiche Projekte sind bereits in Umsetzung oder Planung:
- Fertigstellung des Sternparks (im Juni)
- Neuer ZOB (bereits im Juli)
- Neue Kita in Müllenborn (Herbst)
- Brücke in Oos (nächstes Jahr)
- Hochbrücke (in etwa drei Jahren)
- Neubau des LBM (nächstes Jahr)
- Radweg Gerolstein–Prüm im Bau
„Auch im Wohnungsbau tut sich etwas: Das Baugebiet Sengheck wird zur Baureife geführt; hier sollen auch Mehrfamilienhäusern realisiert werden, da es einen großen Wohnungsbedarf in der Stadt gibt.Gleichzeitig bleibt die Knappheit an Gewerbeflächen eine Herausforderung.“
Stadtentwicklung und Infrastruktur
„Ein wichtiges Thema bleibt die Neugestaltung des Friedhofs in Sarresdorf mit mehr Aufenthaltsqualität sowie Park- und Gedenkflächen. Der Ort soll auch aufgrund seiner Vorgeschichte eine Insel der Ruhe mitten im Leben werden. Die sogenannte „Eselsbrücke“ wurde bereits abgerissen. Ein Neubau ist nur mit einer Förderung von 90 Prozent realisierbar, dabei müssen die von der Stadt getragenen Abrisskosten der alten maroden Eselsbrücke mit in den 10 prozentigen Eigenanteil eingerechnet werden.
Dringenden Handlungsbedarf sieht der Bürgermeister beim Gebäude Rondell: „Sanierungsstau bei Fenstern, Böden und Brandschutz sowie ein häufig defekter Aufzug machen grundlegende Entscheidungen notwendig. Auch ein möglicher Neubau – eventuell in Kombination mit einem neuen Rathaus – soll im Stadtrat beraten werden.“
Dank und Ausblick
Ein besonderer Dank galt Gotthard Lenzen für seine Arbeit als Vertreter der Bürgermeisterin und als kompetenter Baufachmann. Zum Abschluss seiner Rede machte der neue Stadtbürgermeister deutlich, worauf es ihm ankommt: Zusammenhalt, Pragmatismus und Tatkraft. Sein Appell an alle: „Es gibt viel zu tun – packen wir es an.“

