Kommunale Wärmeplanung
Die Verbandsgemeinde Gerolstein und das mit der Durchführung beauftragte Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) haben die Arbeiten an der Erstellung der kommunalen Wärmeplanung (KWP) abgeschlossen. A
m 18. Juni 2026 wurde die KWP vom Verbandsgemeinderat formal beschlossen. Auf der Abschlussveranstaltung am 23. Juni 2026 in der Stadthalle Rondell in Gerolstein wurden die Bürgerinnen und Bürger über die Ergebnisse informiert.
Nach der Eröffnung durch Bürgermeister Hans Peter Böffgen, präsentierte Emanuel Altmeier vom IfaS die Ergebnisse und stand für Rückfragen zur Verfügung. Er stellte die wesentlichen Arbeitsschritte der Wärmeplanung vor und gab einen Einblick in die Akteursbeteiligung.
Basierend auf den in der Bestandsanalyse ermittelten Wärmedichten und den Aussagen beteiligter Akteure erfolgte die Einteilung der Verbandsgemeinde in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete. Demnach werden der Industrie- und Gewerbepark Wiesbaum sowie die Ortsgemeinden Ormont und Niederbettingen als Wärmenetzgebiete eingeteilt. Neben Gerolstein und Hillesheim werden auch Bolsdorf und Dohm-Lammerdorf sowie Leudersdorf, Nohn, Ahütte und Üxheim als Prüfgebiete eingeteilt.
Alle übrigen Ortslagen werden zu Gebieten für die dezentrale Versorgung.
Diese Einteilung hat für die Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde keine unmittelbaren Konsequenzen, da die KWP als informelle, unverbindliche Planung zunächst die strategische Ausrichtung der künftigen Wärmeversorgung abbildet.
Für eine tiefergehende Betrachtung wurden der Industrie- und Gewerbepark Wiesbaum sowie der Ortsgemeindeverbund Bolsdorf/Niederbettingen/Dohm-Lammersdorf als Fokusgebiete ausgewählt, um mögliche Wärmenetzlösungen zu sondieren.
Anschließend stellte Emanuel Altmeier im Rahmen des Projekts Zero Emission Nature Protection Areas(ZENAPA) mögliche Optionen der dezentralen Wärmeversorgung vor. Der Fokus lag auf Wärmepumpen in Bestandsgebäuden. Hierbei räumte er mit Mythen auf, die rund um die Wärmepumpe bestehen, und beantwortete Fragen des Publikums.
Die Verbandsgemeinde Gerolstein geht mit der kommunalen Wärmeplanung einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaneutralität und nachhaltiger Energieversorgung. Ziel ist es, eine zukunftsfähige, bezahlbare und klimafreundliche Wärmeversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen der Verbandsgemeinde zu entwickeln.
In Zusammenarbeit mit dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) am Umwelt-Campus Birkenfeld wurde ein strategischer Wärmeplan erarbeitet.

Dieser umfasst eine detaillierte Analyse des aktuellen Energieverbrauchs, der Gebäudestruktur und der bestehenden Wärmenetze. Darauf aufbauend wurden zum einen Potenziale für die Nutzung erneuerbare Energien in der Wärmeversorgung identifiziert als auch die Potentiale zur Energieeinsparung analysiert. Basierend auf der Bestandsanalyse sowie den Potentialen wurden verschiedene Zielszenarien entwickelt. Die Umsetzungsstrategie bildet die Grundlage für zukünftige Investitionen und Entscheidungen.
Die Planung basiert auf folgenden Meilensteinen:
Eignungsprüfung & Bestandsanalyse: Erhebung des aktuellen Energieverbrauchs, der Gebäudestruktur und der bestehenden Wärmenetze.
Potenzialanalyse: Untersuchung von Einsparpotenzialen und Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energien wie Windenergie, Photovoltaik, Solarthermie oder Biomasse
Zielszenarien & Entwicklungspfade: Entwicklung realistischer Zukunftsszenarien für die Wärmeversorgung.
Umsetzungsstrategie: Erstellung eines konkreten Maßnahmenkatalogs mit Fokusgebieten für die Umsetzung.Mit der kommunalen Wärmeplanung leistet die Verbandsgemeinde Gerolstein einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele des Landes Rheinland-Pfalz und des Bundes. Die Ergebnisse der Planung sollen als Entscheidungsgrundlage für zukünftige Investitionen in die Wärmeinfrastruktur dienen – für eine lebenswerte, nachhaltige Region.

Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Instrument, das Kommunen dabei unterstützt, ihre Wärmeversorgung langfristig klimaneutral zu gestalten. Dabei wird der aktuelle Wärmebedarf, die vorhandene Infrastruktur sowie Potenziale für erneuerbare Energien analysiert. Auf dieser Basis entstehen konkrete Maßnahmen und Szenarien für eine nachhaltige Wärmeversorgung.
Die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, das seit 2008 vielfältige Projekte im Bereich Klimaschutz unterstützt. Ziel der Initiative ist es, die Treibhausgasemissionen in Deutschland nachhaltig zu senken und die Klimaziele des Bundes – insbesondere die angestrebte Klimaneutralität bis 2045 – zu erreichen. Gefördert werden sowohl strategische Planungen, wie etwa kommunale Wärmepläne, als auch konkrete Investitionen in klimafreundliche Technologien und Infrastrukturen. Die NKI ermöglicht es Kommunen, Unternehmen und sozialen Einrichtungen, Klimaschutzmaßnahmen vor Ort umzusetzen und so aktiv zur Energiewende beizutragen. Weitere Informationen unter www.klimaschutz.de
Das Projekt wird durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz mit 90 Prozent gefördert.


