3 Häuser unter Schutzschirm

Hochwasserschutz- und Starkregenvorsorge

Hochwasserschutz- und Starkregenvorsorge

  • Hintergrund

    Das Starkregenereignis Mitte Juli 2021 hatte in der Verbandsgemeinde Gerolstein große Schäden hinterlassen. Studien zeigen, dass es sich dabei nicht um ein Einzelereignis handelt, sondern, dass im Zuge des Klimawandels Starkregen überall und häufiger auftreten kann und wird. So auch im Mai 2024 in der nördlichen Vulkaneifel und Anfang September 2024 in Birresborn sowie in weiteren Eifelorten.

    Vor diesem Hintergrund hat die Verbandsgemeinde Gerolstein für alle ihre Ortsgemeinden und Städte die Erstellung von Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzepten beauftragt. Die beteiligten Planungsbüros werden durch die Mitarbeitenden der Verbandsgemeinde begleitet. 

    Außerdem wurde bei der Verbandsgemeinde eine zusätzliche Stelle geschaffen, die sich verstärkt um die Unterhaltung der Gewässer und damit um die Vorbeugung von Schadenereignissen im Zusammenhang mit Gewässern kümmert.

  • Konzeption - Planungsbüros - Bürgerbeteiligung

    Ein Hochwasser u. Starkregenvorsorgekonzept soll bei Starkregenereignissen die Gefahren und Schäden entschärfen. Es wird individuell für jede Ortsgemeinde bzw. Stadt erstellt. Auftraggeber ist die Verbandsgemeinde unter enger Mitwirkung der Stadt- bzw. Ortsbürgermeister:innen und der Verwaltung sowie beratend durch das jeweils beauftragte Fachbüro. 


    Ein Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzept besteht aus einer Vielzahl von empfohlenen Einzelmaßnahmen, die in Teilen von der Verbandsgemeinde, von jeweiligen Ortsgemeinden/Städten und von den Bürgerinnen und Bürgern selbst umgesetzt werden sollten. Die Verbandsgemeinde kümmert sich - neben ihren eigenen 150 Maßnahmen - um die Planung und Koordination der etwas 600 Maßnahmen in den Ortsgemeinden und Städten. 

    Die Vorsorgekonzepte werden mit intensiver Bürgerbeteiligung aufgestellt. Neben der Überprüfung der Gefährdungssituation und der öffentlichen Vorsorge, sind die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich aktiv einzubringen und sich über die private Eigenvorsorge zu informieren. Ihre Erfahrungen aus vergangenen Ereignissen, die sie in den Bürgerforen oder über das Online-Formular vorbringen, fließen in die Konzeption mit ein.

    Auch neue Erkenntnisse werden laufend miteinbezogen, u.a. auf Basis der Sturzflutgefahrenkarten des Landes RLP vom November 2023. Sie zeigen die Wassertiefen, die Fließgeschwindigkeiten und die Fließrichtungen von oberflächlich abfließendem Wasser infolge von Starkregenereignissen in unterschiedlichen Jährlichkeiten.

  • Maßnahmen - Status

    Um die zahlreichen individuellen Konzepte planen und umsetzen zu können, wurden die Gemeinden und Städte der VG Gerolstein in Cluster unterteilt. Neben den Maßnahmen aus den Konzepten (die je nach Cluster umgesetzt sind bzw. werden, s.u.), laufen weiterhin Schadensbehebungen sowie individuelle Maßnahmen in Kooperation mit den Ortsgemeinden.   

    Hochwasser- u. Starkregenvorsorgekonzepte

    • Die Konzepte der Gemeinden in Cluster 0 und 1 werden in Kürze mit einer Fortschreibung überarbeitet (u.a. im Hinblick auf die Sturzflutgefahrenkarten, s.o.)
    • Die Konzepte der Gemeinden im Cluster 2 werden im jeweiligen Ortsgemeinderat zur Zeit beraten, priorisiert und haushalterisch geplant.
    • Die Konzepte der Gemeinden im Cluster 3 werden den Gemeinden zurzeit vorgestellt und in Bürger-Workshops besprochen. Danach werden sie zur Prüfung an die SGD Nord weitergeleitet.

    Gewässerunterunterhaltungskonzepte auf Basis von Geoinformationssystemen (GIS)

    • Cluster 0 und 1: Auch hier liegen die Konzepte vor und werden bereits angewendet.
    • Cluster 2: Die Konzepte werden in Kürze an die VG Gerolstein übergegeben.
    • Cluster 3: Die Konzepte sollen in diesem Jahr beauftragt werden.

    Renaturierungsmaßnahmen - laufende Projekte:

    • Hillesheimer Bach im 3. u. 4 Bauabschnitt (BA)
    • Stadt im Fluss in Gerolstein im 3. BA
    • Berlinger Bach im Kirchweiler Rohr (Naturschutzgebiet)
    • Namenlose Gewässer in Wiesbaum-Mirbach
    • Peschenbach in Gerolstein im 2. BA
    • Rother Bach in Gerolstein-Roth


    Hochwasservorsorgemaßnahmen – laufende Projekte aus den Konzepten

    • Bündel mit 5 Maßnahmen der Stadtteile Lissingen, Müllenborn, Michelbach, Büscheich, Roth
      • Lissingen – Optimierung Einlassbauwerk
      • Büscheich – Optimierung durch Austausch der Rostanlagen in der Zufahrt zum Sportplatz, Friedhof u. Dorfgemeinschaftshaus
      • Michelbach u. Müllenborn – Treibgutfang vor der Ortslage zum Schutz der Bebauung vor Totholz
      • Roth – Herstellung Notwasserweg innerorts
    • Hillesheimer Bach im 3. BA
    • Einlassbauwerke in Steffeln, Ormont, Stadtkyll und Gönnersdorf
    • Notwasserweg in Esch

    Hochwasservorsorgemaßnahmen - in Planung

    • Notwasserwege in Wiesbaum-Mirbach, Wiesbaum und Walsdorf
    • Maßnahme zum Hochwasserrückhalt in Berndorf
    • Treibgutfänge u.a in Berndorf, Niederbettingen, Birresborn, Mürlenbach, Densborn, Neroth und Oberbettingen


    Behebung von Hochwasserschäden 

    Dazu wurden zahlreiche Hochwasservorsorgemaßnahmen aus den Konzepten umgesetzt, u.a. an der Taubkyll in Hallschlag, am Lindbach in Jünkerath, am Berlinger Bach in Berlingen, am Raßbach in Gerolstein und an den Wirftmauern in Stadtkyll. Dort wurde außerdem im Rückhaltebecken das Sediment entfernt. Insgesamt wurden Hochwasserschäden an Gewässern für rd. 1 Mio. Euro beseitigt.

    Ebenfalls im Sinne der Hochwasservorsorge wird gemeinsam mit der Naturschutzstation Nord das erste zu 100% geförderte Projekt „Quellfassung Ansbach“ in Densborn umgesetzt werden.

    Außerdem werden gemeinsam mit den Ortsgemeinden (u.a. Mürlenbach, Densborn, Stadtkyll, Ormont, Birgel, Birresborn) wirksame Stellen der Hochwasservorsorge eruiert und „unbürokratisch“ umgesetzt.

    Förderungen

    Zur Umsetzung von empfohlenen baulichen Maßnahmen zur Hochwasservorsorge aus dem Hochwasser- u. Starkregenvorsorgekonzept gilt in der Regel ein Fördersatz von bis zu 60%. Renaturierungen zur besseren ökologischen Durchgängigkeit (Blau Plus) eines Gewässers werden bis zu 90% gefördert, Maßnahmen der Grundwasserneubildung bis zu 70%.

    Alle Termine und Informationen zum Verfahren in der Verbandsgemeinde Gerolstein unter http://hochwasserschutz-konzept.de/verbandsgemeinde-gerolstein

  • Verhaltensvorsorge bei Hochwasser und Starkregen / Sturzflutgefahrenkarten / Starkregen-Simulation

    Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität hat einen Flyer zum richtigen Verhalten bei Hochwasser- und Starkregen-Ereignissen herausgegeben. Bürgerinnen und Bürger erfahren darin, wie sie Vorsorge treffen und welche Schutzmaßnahmen sie im Ernstfall ergreifen können.

    Sturzflutgefahrenkarten

    Die Sturzflutgefahrenkarten zeigen die Wassertiefen, die Fließgeschwindigkeiten und die Fließrichtungen von oberflächlich abfließendem Wasser infolge von Starkregenereignissen. Sie bieten die kostenlose Möglichkeit, über die Suchfunktion mögliche Sturzflutgefahren gezoomt auf jedes Grundstück in Rheinland-Pfalz zu prüfen.

    Starkregen-Simulation

    Ab sofort kann jeder Rheinland-Pfälzer für seine eigene Adresse die Gefahren bei Starkregen kostenfrei am Computer simulieren lassen. Der sogenannte HydroZwilling kann dreidimensional die Gefahren für Gebäude bei Sturzfluten und Hochwasser simulieren.  Anhand eingefärbter Dächer lässt sich erkennen, wie stark die Häuser gefährdet sind. Das System zeigt auch, welche Straßen nicht mehr befahrbar sind. 

    Unter hydrozwilling.rlp.de kann jeder das System kostenfrei starten. Im Suchfeld oben können Hausbesitzer oder Mieter ihre Adresse eingeben. Man kann zwischen drei verschiedenen Starkregenereignissen auswählen. Anschließend ist es möglich, eine Simulation als Zeitverlauf im Video zu sehen oder ein Standbild vom höchsten Wasserstand - inklusive Messlatte am eigenen Haus. Wie das Portal funktioniert, hat das zuständige Landesamt für Umwelt in diesem Video erklärt: https://youtu.be/uPyk3cAt5DU?si=-P9YybMmq6NEigH8]

  • Hochwasserschutzvorsorge für Gewässeranlieger

    Auch Gewässeranlieger haben eine besondere Verantwortung in punkto Hochwasserschutzvorsorge. Hier erfahren Sie, was Sie für Ihr Gewässer tun können und, welche Rechten und Pflichten für Gewässeranlieger gelten.

  • Informationen zu kommunalen Pegelständen


    Auf Anregung der Feuerwehr Jünkerath wurde vom DRK-Kreisverband Vulkaneifel gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr Jünkerath ein neuer Hochwasser-Messpegel am Glaadtbach in Jünkerath installiert.  In Kürze soll noch ein weiterer, vorgelagerter Messpegel am Glaadtbach installiert werden.

    Die Messpegel wurden von der Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier entwickelt und in Zusammenarbeit mit der Elektroklasse der BBS Gerolstein unter Leitung von Matthias Backes gebaut. 

    Der DRK-Kreisverband Vukaneifel hat im Rahmen des DigiSelfTrans Workshops mit der Berufsbildenden Schule Gerolstein auch die Messpunkte Neroth und Densborn installiert. Die Daten stehen in Echtzeit zur Verfügung und können von interessierten Bürgerinnen und Bürgern jederzeit eingesehen werden. 

    Neue Messstationen befindet sich auch in Stadtkyll an der Kyll im Kurpark sowie an der Wirft in der Kirchstraße. Entwickelt wurden auch diese Messpegel vom Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier. Der Bau erfolgte in Zusammenarbeit mit der Elektroklasse der BBS Gerolstein unter der Leitung von Matthias Backes. Die Jugendfeuerwehr Stadtkyll hat die Patenschaft übernommen. 

    Das vom DRK-Kreisverband Vulkaneifel gemeinsam mit dem Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier durchgeführte Projekt DigiSelfTrans verbindet praktische MINT-Bildung mit digitaler Bürgerbeteiligung und Maßnahmen zur lokalen Klimaanpassung. Dank der Unterstützung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt konnten im Rahmen des Projekts in der Vulkaneifel insgesamt 22 Bürger-Messpegel realisiert werden.


    Um über die Möglichkeiten zusätzlicher Pegel („kommunale Pegel“) zu informieren, haben das IBH, die Gewässerkundlichen Dienste der Struktur- und Genehmigungsdirekttionen, das Landesamt für Umweltschutz und das MKUEM zusammen ein Infoblatt Pegel erstellt.