Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kennt die Hochbrücke in Gerolstein seit seiner Schulzeit. Am vergangenen Sonntag besiegelte er – gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Achim Schwickert, Stadtbürgermeister Winfried Wülferath, Bürgermeister Hans Peter Böffgen, dem Ersten Kreisbeigeordneten Alois Manstein sowie LBM-Leiter Bruno von Landenberg und weiteren Vertretern des Landesbetriebs Mobilität Gerolstein – mit dem symbolischen Spatenstich den für die Stadt Gerolstein und die Region wichtigen Neubau der Brücke.
Seit März laufen die vorbereitenden Arbeiten. Die Fertigstellung ist für Ende 2028 geplant.


Auch Stadtbürgermeister Winfried Wülferath ist die Brücke seit Jugendtagen vertraut: Sie sei damals schon die Hauptader gewesen, aber mit deutlich weniger Verkehr. Er betonte: "Der Neubau ist das größte und wichtigste Bauvorhaben, das wir in Gerolstein seit Jahrzehnten angehen. Und sie trifft einen Nerv: Denn Gerolstein ist verkehrstechnisch ein Knotenpunkt für die ganze Region." Wülferath verglich das Projekt mit einer „Operation am offenen Herzen" der Stadt: "Während der Eingriff läuft, muss der Organismus weiter versorgt werden, sprich Gerolstein muss erreichbar bleiben." Die Hochbrücke werde daher auch erst im März 2027 abgerissen, so dass alle Vorbereitungen bis dahin abgeschlossen seien.
"Die Hochbrücke ist zugleich Teil eines größeren Modernisierungsschubs, der Gerolstein insgesamt nach vorn bringt", so Wülferath. Parallel werde der zentrale Omnibusbahnhof fertig gestellt und die Elektrifizierung der Bahnstrecke vorangetrieben. Er dankte allen Beteiligten und besonders auch den Bürgerinnen und Bürgern für ihre Unterstützung und Geduld: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in zweieinhalb Jahren sagen können: Die Anstrengung hat sich gelohnt."

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder versprach, sich für schnellere und digitale Planungs- und Genehmigungsverfahren einzusetzen. Ein entsprechendes Gesetz liege dem Bundestag bereits vor. "Endlich Baustelle" sei für ihn ein positives Signal, denn es gehe voran. Auch die Anforderungen von Natur- und Umweltschutz müssten handhabbar sein. "Wir schützen die Population gefährdeter Arten, nicht das einzelne Haselhuhn."
Bis 2032 seien 4.000 Brücken zu sanieren. „Eine leistungsfähige, moderne und effiziente Verkehrsinfrastruktur ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland von zentraler Bedeutung. Das gilt auch für wichtige Maßnahmen wie hier in Gerolstein. Davon profitiert die gesamte Region.“ Achim Schwickert, Verkehrsminister des Landes Rheinland-Pfalz, wünschte dem Vorhaben gutes Gelingen und allen Beteiligten Gesundheit: „Mit Fertigstellung bis Ende 2028 wird in Gerolstein eine moderne, leistungsfähige Verkehrsader entstehen.“

Auch Bruno von Landenberg, Leiter des Landesbetriebs Mobilität Gerolstein, betonte, dass man die Einschränkungen für die Öffentlichkeit so gering wie möglich halten wolle. "Wir kommunizieren deshalb proaktiv regelmäßig zu den Baufortschritten." Er verwies auf die Projektwebsite des LBM, auf der alle Informationen sowie Videos zu den Bauphasen zu sehen seien. "Außerdem stehen seit Projektbeginn jeden Mittwoch im ehemaligen Postgebäude LBM-Mitarbeitende um 14:30 Uhr für Fragen zur Verfügung."

Die im Jahr 1952 errichtete Hochbrücke verbindet die nördlichen und südlichen Stadtteile miteinander und ist damit von zentraler Bedeutung für die Erreichbarkeiten innerhalb des Stadtgebiets und darüber hinaus.
Da sie den heutigen baulichen und verkehrlichen Anforderungen nicht mehr gerecht wurde, waren eine Modernisierung und Erneuerung der Verkehrsanlage erforderlich. Mit Vorliegen des Baurechts, dem Abschluss der bauvorbereitenden Planungsarbeiten durch den Landesbetrieb Mobilität und der Sicherstellung der Finanzierung durch den Bund konnte im März mit den Gründungsarbeiten für die Fundamente der Widerlager der neuen Hochbrücke begonnen werden.
Neben einer breiteren Fahrbahn mit beidseitigen Radfahrstreifen und Gehwegen wird auch die lichte Höhe über den Gleisen erhöht, um die Voraussetzungen für eine spätere Elektrifizierung der Eifelstrecke zu schaffen. Zudem werden die angrenzenden Knotenpunkte nördlich und südlich der Brücke als Kreisverkehre neugestaltet.

Die Kosten für die Gesamtmaßnahme liegen bei rund 20,5 Millionen Euro. Der Bund stellt für die Straßenbrücke einschließlich des Anteils der Deutschen Bahn AG am Brückenbauwerk mit rund 16 Millionen Euro den überwiegenden Teil der Kosten bereit. Das Land Rheinland-Pfalz beteiligt sich mit rund 1,5 Millionen Euro. Die Stadt Gerolstein investiert für den Ausbau der kommunalen Verkehrsinfrastruktur rund 3 Millionen Euro.
Ergänzend werden im Auftrag der Stadt Gerolstein ein Park-and-Ride-Parkplatz sowie ein Zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) errichtet. Das Land beabsichtigt, diese Vorhaben mit Fördermitteln in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro zu unterstützen. Quelle u.a.: Ministerium des Inneren, für Integration und Verkehr Rheinland-Pfalz
"Zeit, in der sich was dreht" - Ansprache von Stadtbürgermeister Winfried Wülferath zum offiziellen Spatenstich am 14. Juni 2026
Sehr geehrter Herr Bundesverkehrsminister Schnieder,
sehr geehrter Herr Innenminister Schwickert,
sehr geehrter Herr von Landenberg,
meine Damen und Herren,
als neuer Stadtbürgermeister ist heute der Höhepunkt nach schon bewegenden Ereignissen der letzten Wochen. Nach dem Spatenstich für den LBM Neubau und der Eröffnung des Sternparks zeigt der heutige Spatenstich sehr deutlich, dass Gerolstein sich verändert oder nach einem früheren Fußball-WM-Motto: „Zeit, in der sich was dreht“
Nach den Grußworten und fachlichen Einordnungen ist es mir als Stadtbürgermeister ein Anliegen, zum Schluss den Blick noch einmal zusammenzuführen: Was bedeutet dieser Spatenstich heute – und was bedeutet er für Gerolstein in den kommenden Jahren?
Die neue Hochbrücke ist nicht irgendein Projekt. Sie ist das größte und wichtigste Bauvorhaben, das wir in Gerolstein seit Jahrzehnten angehen. Und sie trifft einen Nerv: Denn Gerolstein ist verkehrstechnisch ein Knotenpunkt – für Bürgerinnen und Bürger, für Pendler, für den Handel, für Gäste und für die ganze Region.
Wenn man ehrlich ist: Was wir hier erleben, ist eine Art „Operation am offenen Herzen“ unserer Stadt – und damit komme ich zu einem Vergleich, der mir beim Nachdenken über dieses Projekt immer wieder kommt: Es ist ein bisschen wie eine Herztransplantation.
Bei einer Herztransplantation muss alles perfekt vorbereitet sein. Es braucht Spezialisten, einen klaren Plan, und vor allem gilt: Während der Eingriff läuft, muss der Organismus weiter versorgt werden. Nichts darf „abgeschnitten“ werden, was lebenswichtig ist.
Genau das ist auch der Maßstab für diese Bauphase: Gerolstein muss erreichbar bleiben. Unser Alltag muss weiter funktionieren. Und unsere Unternehmen – besonders die Geschäfte auf beiden Seiten der Kyll – brauchen Verlässlichkeit, Geduld und einen langen Atem.
Umso wichtiger ist der Bauablauf, der hier gewählt wurde: Die alte Hochbrücke wird erst im März 2027 abgerissen. Das ist klug geplant, weil wir dadurch in der aktuellen Phase viel besser durch diese Zeit kommen und Erreichbarkeit so lange wie möglich sichern können.
Gleichzeitig ist die Hochbrücke kein Einzelprojekt – sie ist Teil eines größeren Modernisierungsschubs, der Gerolstein insgesamt nach vorn bringt: Der neue zentrale Omnibusbahnhof soll in der zweiten Jahreshälfte fertig werden, und auch die Elektrifizierung der Bahnstrecke ist ein entscheidender Schritt, um unsere Anbindung und die Attraktivität des Standortes weiter zu stärken. Das alles zusammen zeigt: Hier entsteht nicht nur eine Brücke – hier entsteht Zukunft.
Natürlich: Es wird Phasen geben, die nerven. Es wird Umwege geben. Es wird Tage geben, an denen man sich fragt, wann es endlich leichter wird. Und genau deshalb möchte ich heute ausdrücklich Danke sagen:
- an die Planerinnen und Planer,
- an den LBM und alle beteiligten Behörden,
- an die ausführenden Firmen und Beschäftigten,
Ganz besonders Danke ich aber den Menschen in Gerolstein, die diese Zeit mittragen – Anwohner, Pendler,
Die Geschäfte in der Innenstadt und Sarresdorf und alle anderen Gewerbetreibenden. Dadurch, dass ihr dieses Großprojekt mit einer positiven Kommunikation begleitet, wird auch diese herausfordernde Phase für Gerolstein deutlich erträglicher.
Wenn man den Vergleich der Herztransplantation zu Ende denkt, dann gehört auch das dazu: Nach der Operation ist vieles besser als vorher. Leistungsfähiger. Belastbarer. Und zukunftsfähig.
Ich denke gern noch an die Zeit zurück, in der ich als Kind oder Jugendlicher über die Brücke gegangen bin, Sie war damals schon die Hauptader, aber mit deutlich weniger Verkehr. Und wenn ich es richtig weiß, dann ist dies eine der beiden letzten Brücken aus dieser Bauzeit die noch in Betrieb ist.
Und ich bin froh, dass dieses Projekt nun gut geplant und durchorganisiert auf die Zielgerade geht.
Ich habe immer gesagt, dass Schlimmste was uns passieren kann ist, dass ein Gutachter sich dir Brücke von unten anschaut und sagt, da fährt ab Morgen keiner mehr drüber. Eine Situation wie sie jetzt bei der Bonner Autobahnbrücke eingetreten ist.
Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in zweieinhalb Jahren auf eine neue Hochbrücke schauen werden – und sagen können: Die Anstrengung hat sich gelohnt. Gerolstein hat das gemeinsam geschafft.
Und Gerolstein geht einer guten, ja einer goldenen Zukunft entgegen.
Wo gibt es Informationen?

Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein informiert während der Bauzeit zu allen Schritten. Über den QR-Code gelangen Sie zur Projektwebsite (mit Vorher-Nachher Visualisierungen und einer Animation zum geplanten Bauverlauf).
Jeden Mittwoch von 14:30 bis 15:30 Uhr stehen im ehemaligen Postgebäude LBM-Projekt-Mitarbeitende für Fragen zur Verfügung.
Basisdaten zur Hochbrücke und zum Neubau
- Die alte Hochbrücke wurde 1952 erbaut und ist der heutigen Verkehrsbelastung nicht mehr gewachsen (die durchschnittliche Lebensdauer einer Brücke beträgt max. 80 Jahre).
- Verkehrsauslastung: Täglich fahren ca. 15.000 Fahrzeuge über die Hochbrücke, davon ca. 7 Prozent Schwerlastverkehr (ca. 1.080 Schwerlastfahrzeuge)
- Bauherren der neuen Hochbrücke sind die Bundesrepublik Deutschland, die den größten Anteil der Baukosten übernimmt, die Deutsche Bahn AG, die Stadt Gerolstein und das Land Rheinland-Pfalz.
- Die geplanten Baukosten betragen ca. 21 Millionen Euro.
- Planungsbeginn war Oktober 2022 (mit Freigabe der Bauhöhe durch die Deutsche Bahn AG), im August / September 2023 wurde das Planfeststellungsverfahren eingeleitet, der Planfeststellungsbeschluss folgte im Dezember 2024. Bestandskraft hat das Planfeststellungsverfahren seit März 2025 – zugleich der Startpunkt für den Baubeginn. Der Abschluss ist für Ende 2028 geplant.
- Das Projekt ist in mehrere Bauphasen unterteilt. Der Verkehrsfluss soll möglichst aufrecht erhalten werden.
- Zum eigentlichen Neubau der Brücke ist eine Vollsperrung von Februar 2027 bis März 2028 vorgesehen.
- Projektverantwortlicher ist der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein
Quelle: Landesbetrieb Mobilität Gerolstein

