Vergessen.Ermordet.Verdrängt.


Der Verein Forum Eine Welt erinnert anlässlich des Gedenktages zur „Reichspogromnacht“ (9.11.) an die Opfer der Aktion T4 und lädt dazu interessierte Bürger ein. Die Veranstaltung wird vom Orchester der Westeifel-Werke musikalisch umrahmt. Im Anschluss bietet sich Gelegenheit zum Gespräch und Gedankenaustausch mit Gästen.

Paul Jakoby, Student der Geschichtswissenschaften an der Helmut-Schmidt-Universität / Bundeswehr-Universität in Hamburg, wird zu Beginn der Veranstaltung über die NS-Euthanasie referieren. Er erforschte 2025 im Rahmen eines Praktikums im Stadtarchiv Gerolstein das Schicksal der in Gerolstein geborenen Margarethe Schmitt. Beispielhaft zeigt sich hier das menschenverachtende Menschenbild des Nationalsozialismus, das nach der Machtübernahme im Jahre 1933 in die Realität umgesetzt wurde. Die Euthanasie ist ein bis heute oft verdrängtes Verbrechen des Dritten Reichs.

Danach wird der Kurzfilm „Prolog der Finsternis“ gezeigt: Karl und Tristan wachsen 1933 während der Nazi-Diktatur auf. Tristan erstarkt regelrecht durch eine Ideologie, die aus Hass und Menschenverachtung besteht. Karl passt sich an, um seine Familie und vor allem seine ältere Schwester Erika, die das Down-Syndrom hat, zu schützen. Mit der Frage „Was würdest du (heute) tun?“ fordert der Regisseur Carsten Degenhardt das Publikum heraus und öffnet einen Diskurs, der heute dringlicher ist denn je. „Ein erschreckend und thematisch außerordentlich wichtiger Anstoß, der uns alle zum Nachdenken und zu einer Haltung auffordert.“ (Iris Berben)

Der Film lief 2025 auf den 59. Internationalen Hofer Filmtagen und wurde im gleichen Jahr mit dem Preis der Kulturgottesdienste ausgezeichnet, außerdem beim Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern mit dem Preis der Jury in der Kurzfilmnacht sowie dem 2. Platz beim Publikumspreis

„T4“ ist die Abkürzung für die Adresse der damaligen Zentraldienststelle T4, einer Tarnorganisation in Berlin, Tiergartenstraße 4. Sie war Teil des Apparats der Nationalsozialisten, die die systematische Ermordung von Menschen mit vermeintlich unheilbaren körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen verfolgte. Insgesamt gab es während der Nazidiktatur mehr als 200.000 Euthanasie-Morde sowie weitere 400.000 Zwangssterilisationen. Quelle: ForumEineWelt e.V.