Gender Health Gap-Gespräche zum Frühstück


Alle Teilnehmerinnen waren neugierig, was sich hinter dem Titel „Gender Health Gap“ verbirgt. Übersetzt bedeutet es die ungleiche Gesundheitsversorgung von Männern und Frauen.

Manch einer könnte einwerfen, Frauen leben doch länger, wie kann es da ein Ungleichgewicht geben? Untersuchungen zeigen, dass Frauen zwar länger leben, davon aber fast neun Jahre ihres Lebens in einer gesundheitlich deutlich schlechteren Verfassung als die Männer verbringen.

Mit Dr. Nora Meyer, Gesundheitsmanagerin der Vulkaneifel, führte uns eine kompetente Referentin durch dieses Thema. Sie wies unter anderem darauf hin, dass eine Verbesserung der Frauengesundheit die Weltwirtschaft, und damit auch die Wirtschaft Deutschlands, ankurbeln würde. Und zwar weltweit gesehen um eine Billion US-Dollar.    

Uns wurde klar, wir wissen zu wenig darüber. Laut einer repräsentativen Studie der Versicherungsgesellschaft AXA (Juni 2025), die Allgemeinmediziner und Menschen in Deutschland befragt hat, haben mehr als 70% der Befragten noch nie etwas von dem Begriff „Gender Health Gap“ gehört. Rund ein Drittel (32 %) nimmt an, dass das Geschlecht bei der Behandlung von Krankheiten keine Rolle spiele. 55 % der befragten Ärztinnen und Ärzte schlossen nicht aus, selbst schon eine falsche Diagnose aufgrund geschlechtsspezifischer Unterschiede gestellt zu haben.

Nicht nur benachteiligt diese Wissenslücke die Gesundheit von Frauen, auch Männer, Trans*, inter* und nicht-binäre Personen, leiden darunter. Falsch diagnostizierten Erkrankungen führen zu falscher Medikation, mildern nicht die Erkrankung bzw. deren Symptome, sondern können Leiden auch vergrößern. Eine differenzierte Betrachtung von Erkrankungen ist also in unser aller Interesse.

Der Vortrag hat uns viele neue Erkenntnisse und Aha-Momente gebracht. So vielfältig die Aspekte in der Gesundheitsforschung sind, so vielfältig waren auch die Diskussionsbeiträge. Aufklärung ist notwendig, das wurde uns allen klar. Am Samstag haben wir damit angefangen.    

Bleiben Sie gespannt! Ihre Gudrun Nahrendorf