Bürgermeister Hans Peter Böffgen ging in seiner Begrüßung auf den im Herbst 2025 verstorbenen Festivalgründer Dr. Josef Zierden ein: „Auch wenn Ihr Vater sich bereits aus der ersten Reihe des Eifel-Literatur-Festivals zurückgezogen hatte, hat er die Planungen für diese Ausgabe bis kurz vor seinem Tod im Oktober vergangenen Jahres begleitet. So trägt auch das Festival 2026 noch seine Handschrift. (...) Nun liegen die Geschicke ganz in Ihrer Hand. Vielen Dank, dass Sie die Leitung des Festivals und damit eine große Verantwortung übernommen haben! (...) Dafür wünschen wir Ihnen von Herzen alles Gute und freuen uns, auch bei künftigen Veranstaltungen Gastgeber sein zu dürfen.“ Dr. Johannes Zierden bedankte sich herzlich für die „tolle Organisation“ in Gerolstein: „Alle packen mit an“, und versprach, auch beim nächsten Festival wieder nach Gerolstein zu kommen.

Schriftstellerin Martina Hefter, die „gerne aus Leipzig in die Eifel gekommen war“, las aus ihrem Bestseller „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ Das Buch wurde 2024 als Deutschlands „Roman des Jahres“ ausgezeichnet. Vor Jahren hatte Festivalgründer Dr. Josef Zierden die Autorin bereits im Kritischen Lexikon der Deutschsprachigen Literatur kommentiert und damit sein besonderes Gespür bewiesen. Das prämierte Werk handelt vom Alltag der Tänzerin und Künstlerin Juno in Leipzig. Im Alltag umsorgt sie ihren an Multiple Sklerose erkrankten Ehemann Jupiter. Nachts kann sie nicht schlafen, chattet im Internet und trifft dort auf sogenannte „Love-Scammer (Heiratsschwindler). Die Vornamen Juno und Jupiter sind dem gleichnamigen göttlichen Ehepaar aus der römischen Mythologie entlehnt - sinnbildlich für die Träume der Protagonistin, die so aus dem profanen Alltag entflieht. Volksfreund-Redakteurin Eva-Maria Reuther fasst es wunderbar zusammen: „Martina Hefters Lesung macht Lust auf dieses ebenso poetische wie berührende Buch über die Einsamkeit, über Täuschung und die Widersprüchlichkeit des Lebens.“ Zwei Gedichte von Martina Hefter, die neben Prosa auch Essays schreibt, beschließen die besondere Lesung.

