Bachmann-Preisträger Tijan Sila liest in Gerolstein


Geboren 1981 in Sarajevo, erlebt der 10jährige Tijan in der belagerten Stadt, wie 1992 der Krieg beginnt. 1994 kommt er als Kriegsflüchtling mit seinen Eltern nach Deutschland, macht Abitur und ist Gitarrist einer Punkband. In Heidelberg studiert er Germanistik und Anglistik. Zuletzt erschien sein autobiographisches Buch "Radio Sarajevo" bei Hanser Berlin. Darüber hinaus veröffentlichte er Essays in der ZEIT, der TAZ und dem FREITAG. Tijan Sila lebt heute als Berufsschullehrer in Kaiserslautern.

Die Erfahrung des Krieges und der Gewalt, das unglückselige Fortwirken der Kriegserfahrung im persönlichen Leben von Überlebenden des Bosnienkrieges sind Motive seiner Literatur: „Über Kriege wird oft geschrieben, inzwischen jedoch kaum von Menschen, die sie tatsächlich erlebt haben. Das wollte ich ändern.“ 

Tijan Sila erhielt 2024 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Die Jury ehrte Tijan Sila für seinen autobiographischen Text "Der Tag, an dem meine Mutter verrückt wurde". Hervor-gehoben wurde Silas "Ton unsentimentaler Lakonie" und sein "ganz eigener und einzigartiger Stil in einer Mischung aus Pointiertheit, Tragikomik und Melancholie".

Silas Thematik gewinnt zudem weitere Bedeutung, wenn man sich die Bilder aus der Ukraine und aus Gaza vor Augen führt und die Ungewissheit und Angst der Menschen vor Ort mitempfindet.

Lesung mit Tijan Sila aus seinem Roman Radio Sarajevo

Sonntag, 22. Februar 2026 um 15:00 Uhr im Rathaus Gerolstein

Eintritt frei