Regenbogenfahnen 2021


Regenbogenfarben-Monat, der „Pride Month“ – zu sehen an den wehenden Flaggen, Bannern und z. B. der bunten Kapitänsbinde von Manuel Neuer während der Fußball-EM.

Die Regenbogenfahne wird ungefähr seit dem 16. Jahrhundert von zahlreichen Kulturen weltweit für Aufbruch, Veränderung und Frieden gezeigt. Sie gilt von jeher als Zeichen der Toleranz und Akzeptanz, der Vielfalt von Lebensformen, der Hoffnung und der Sehnsucht. Sie bestand ursprünglich aus sieben Streifen, von oben: violett, blau, hellblau, grün, gelb, orange, rot. Viele unterschiedliche Gruppierungen und Bewegungen werben mit dieser Flagge für Hoffnung und Veränderung.

Diese Flagge wurde in den 70-er Jahren von der LGBT-Gemeinschaft abgewandelt und enthält nun sechs Farben in zur ursprünglichen Fahne umgekehrter Reihenfolge. Die Abkürzung LGBT steht für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender (lesbisch, schwul, bisexuell, transgender), der sogenannten Queercommunity.

In der Vergangenheit wurden homosexuelle Menschen auf der ganzen Welt verfolgt und bestraft. Erst nach und nach eroberten sie sich Teilhabe am allgemeinen gesellschaftlichen Leben. Ein wichtiger Wendepunkt war der Juni  1969, als bei einer Razzia in einer New Yorker Schwulen-Bar die Anwesenden die Kontrollen nicht hinnahmen, sondern sich gegen die wiederkehrende Polizeigewalt wehrten. Es folgten tagelange Straßenschlachten (https://www.swr.de/swraktuell/woher-kommt-der-pride-month-100.html), die mit der Idee zu bunten Umzügen durch die Stadt endeten. Diese sind in Deutschland auch heute noch am „Christopher Streetday“ im Juni üblich.

Aus Erfahrungen eines homosexuellen Paares, das vor zehn Jahren in der Eifel sesshaft geworden ist und sich heute in der Dorfgemeinschaft angenommen fühlt: „Aus den exotischen Paradiesvögeln sind normale Spatzen geworden, die sich gern ins Dorfgeschehen einbringen.“

Mit den Regenbogenfahnen, die aktuell an den Rathäusern der Verbandsgemeinde Gerolstein wehen, zeigen wir uns solidarisch für die Queercommunity. Sie ist ein Teil unserer modernen Gesellschaft. Nur eine offene und vielfältige Gesellschaft wird zukunftsfähig sein. Mit Toleranz können wir andere Lebensentwürfe akzeptieren und respektieren, Vorbilder in unseren Gemeinden sein.

Gudrun Nahrendorf

ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte