VG Gerolstein punktet mit guter Smart-City-Idee


Die Verbandsgemeinde Gerolstein will smart werden und ihr Gebiet intelligent vernetzen. Daher hatte sie auch am Smart-City-Wettbewerb der Energieversorgung Mittelrhein (evm) teilgenommen und ihr Projekt eingereicht. Mit Erfolg: Die VG Gerolstein gehört zu den vier Gewinnern und konnte sich eine intelligente Solar-Parkbank sichern. An der sogenannten iBench können Bürger schon bald kostenlos ihr Handy mit Solarstrom aufladen. „Die smarte Bank werden wir in Deutschlands Krimihauptstadt Hillesheim aufstellen“, berichtete Stefan Mertes von der Wirtschaftsförderung der Verbandsgemeinde bei der Preisübergabe.

Wie aus den Bewerbungsunterlagen hervorgeht, möchte die seit Jahresbeginn fusionierte Verbandsgemeinde mit ihren 38 Ortsgemeinden und über 30.000 Einwohnern in einem ersten Stepp alle öffentlichen Plätze mit WLAN versorgen und ein kleines eigenes Mobilitätskonzept erstellen. Es ist beabsichtigt, den kommunalen Fuhrpark in Teilen mit Elektro-Fahrzeugen auszustatten bzw. zu erweitern. An den drei Standorten Gerolstein, Hillesheim und Jünkerath soll jeweils mindestens ein Elektrofahrzeug stationiert sein. Die Fahrzeuge sollen über ein Buchungssystem als Car-Sharing-Modell auch von Bürgern nutzbar sein.

Zahlreiche Kommunen bewarben sich
Die evm hatte die Kommunen aus ihrem Geschäftsgebiet zwischen Westerwald und Eifel aufgerufen, sich mit Smart-City-Projekten um eine Förderung zu bewerben. „Wir wollen damit zeigen, dass Smart City nicht nur ein Thema für Großstädte wie Hamburg oder Berlin ist, sondern auch für kleine Dörfer und Gemeinden bei uns“, berichtet Unternehmenssprecher Christian Schröder. Damit hatte die evm offenbar bei den Verantwortlichen in der Region den richtigen Nerv getroffen: „Wir sind wirklich beeindruckt von der Kreativität der Kommunen“, so Christian Schröder. Insgesamt ging es um eine Fördersumme von 20.000 Euro sowie zwei intelligente Solarsitzbänke. 19 Kommunen hatten sich beworben.

Mayen und Wassenach teilen sich 20.000 Euro
Den Hauptpreis von 20.000 Euro teilen sich gleich zwei Kommunen: Die Stadt Mayen will ein dauerhaftes Tool zur Frequenzmessung in der Innenstadt auf Basis von WLAN- und GPS-Messung oder Outdoor-Sensoren einführen. Damit will sie messen, wie die Besucherströme in der Mayener Innenstadt sind. „So möchten wir Mayen als Wirtschaftsfaktor, besonders in Bezug auf den Einzelhandel, dauerhaft stärken“, erklärt Oberbürgermeister Wolfgang Treis. „Die Daten sind zukünftig nicht nur zentraler Schlüssel für die Stadtplanung, sondern auch um die Lukrativität des Standorts Mayen zu belegen – etwa um neue Geschäfte anzusiedeln.“ Die evm unterstützt das Projekt mit 5.000 Euro.

Die übrigen 15.000 Euro gehen nach Wassenach. Die Ortsgemeinde plant noch in diesem Jahr eine 24-Stunden-Servicestation aufzustellen. Hier können Bürger Lebensmittel, Pakete oder auch Medikamente bestellen, abholen und sogar bezahlen. Die Station mit EC-Cash-Funktion und 40, zum Teil tiefgekühlten, „Abholfächern“ macht die Wassenacher Bürger zukünftig unabhängiger von Ladenöffnungszeiten. „Vor allem berufstätigen Pendlern bietet die digital vernetzte Abholstation einen großen Gewinn an Zeit und Lebensqualität“, so Manfred Sattler, Ortsbürgermeister von Wassenach. „Gleichzeitig wird unser Ort als Wohn- und Lebensraum speziell für Neubürger und junge Familien noch attraktiver.“ Die Förderung der evm lässt das Vorhaben nun bald Realität werden. „Wir erhalten Mittel aus dem Leader-Programm der EU, hatten aber noch eine Finanzierungslücke, die nun so gut wie geschlossen ist“, freut sich Manfred Sattler.

iBench für Rheinbrohl und Verbandsgemeinde Gerolstein
Über eine moderne Parkbank, die unter anderem Handys laden und WLAN ausstrahlen kann, freuen sich die Ortsgemeinde Rheinbrohl und die Verbandsgemeinde Gerolstein. Die Ortsgemeinde Rheinbrohl überzeugte mit einer speziell für ältere, weniger mobile Menschen entwickelten App. Sie soll zukünftig smartes Einkaufen möglich machen und zugleich Handwerk, Handel und Vereine vernetzen. „Wir gratulieren den Gewinnern, möchten aber auch alle anderen Kommunen dazu aufrufen, intelligente Lösungen zu finden“, ergänzt Christian Schröder.

Das Thema Smart City steht auch im Mittelpunkt des nächsten evm-Zukunftsforums am 29. Oktober in der Rhein-Mosel-Halle. Die rund 600 kommunalen Vertreter erhalten dort Anregungen von hochkarätigen Experten. Unter anderem ist Prof. Dr. Chirine Etezadzadeh, die Gründerin des SmartCity.institutes, zu Gast.

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