Information der Gleichstellungsbeauftragten

Auch die ist ein wichtiger Tag im „Frauenkalender“.

Aufmerksam geworden bin ich durch einen Artikels des deutschen Frauenrates (Link: https://www.frauenrat.de/corona-krise-wir-brauchen-einen-aufbruch-zu-mehr-geschlechtergerechtigkeit/).

Frauen werden in der Pandemie wieder in die alte Rolle als Hausfrau und Mutter zurück geworfen. Sie hauptsächlich kümmern sich um die Kinder und das Homeschooling und stemmen manchmal nebenbei noch ihren normalen Beruf. Da wundert es nicht, dass sie von Erschöpfung, Burnout und Existenzängsten betroffen sind, dass sich berufliche und finanzielle Einbrüche negativ auf sie auswirken. Besonders trifft es Alleinerziehende und pflegende Angehörige. Der Druck, die Mehrfachbelastungen sind vor allem für Frauen gestiegen, die Sorgelücke zwischen den Geschlechtern (mehr Frauen als Männer kümmern sich um Familienangehörige) wird in der Pandemie größer. Haben Frauen schon vor der Corona-Pandemie den Hauptteil der unbezahlten Arbeit in der Familie getragen, steigerte sich das im letzten Jahr noch.

Nicht nur der Arbeitsaufwand stieg bei den Frauen. Ebenfalls zeigt es sich, dass in der Pandemie der Abstand des Einkommens zwischen den Geschlechtern größer geworden ist: vollzeitbeschäftigte Männer verdienen etwa 1000 € pro Monat mehr als vollzeitbeschäftigte Frauen (https://de.statista.com/themen/293/durchschnittseinkommen/).

Hier ist ein Umdenken in der gesamten Bevölkerung notwendig, das Bewusstsein für gerechte Verteilung von Sorgearbeit muss geschärft werden. Seit 2020 gibt es das Bündnis Sorgearbeit fair teilen: Esfordert die Politik auf, sich für die gerechtere Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern über den ganzen Lebensverlauf hinweg einzusetzen. Die Anreize für die gleichberechtige Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit müssen gestärkt werden. Die Rückkehr zum Status Quo vor Corona kann und darf nicht Ziel politischer Maßnahmen sein. Vielmehr braucht es einen gleichstellungspolitischen Aufbruch! Das nützt auch den Familien.“ (https://www.sorgearbeit-fair-teilen.de/downloads/210525_BS_Pressemitteilung.pdf)

Hier sind wir alle gefragt. Wir als Gesellschaft müssen für die Auswirkungen des so genannten Gender Care Gap sensibilisiert werden und die Sorgearbeit auf alle Schultern verteilen, um die Sorgelücke zu schließen.

Anregungen und Diskussionen sind willkommen: gleichstellungsbeauftragte@gerolstein.de


Gudrun Nahrendorf

Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde Gerolstein