"Männer und Frauen sind gleichberechtigt!?"


Am 8. März ist „Internationaler Frauentag“. Normalerweise sind an diesem Tag Frauen im Vulkaneifelkreis zu einer Filmvorführung und gemütlichem Beisammensein in die Eifel-Film-Bühne eingeladen. Zu diesem Anlass stellt sich jedes Jahr eine Initiative, ein Frauenverband oder eine Gruppierung aus dem Landkreis vor.

Auf Initiative von Clara Zetkin forderten die Frauen am ersten Internationen Frauentag im Jahr 1911 das Wahlrecht und die Möglichkeit, auch selber politische Ämter begleiten zu dürfen. Dieser Forderung war seit dem 18. Jahrhundert ein langer Kampf der Frauenbewegung vorausgegangen. Bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung im Jahr 1919 hatten nun die Frauen das erste Mal aktives und passives Wahlrecht.

Als nach dem 2. Weltkrieg 1949 der Parlamentarische Rat einberufen wurde, waren unter den 65 Abgeordneten auch Frierderike Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel. Diese vier Frauen wurden als „Mütter des Grundgesetzes“ bekannt. Insbesondere Elisabeth Selbert verdanken wir den wichtigen Satz unserer Verfassung: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ (Artikel 3, Absatz 2, Grundgesetz). Vieles hat sich seitdem im Sinne der Gleichberechtigung getan und zum Positiven verändert.  Manches bleibt aber weiterhin zu tun!

Auf einen Missstand macht der „Equal Pay Day“ aufmerksam, der in Deutschland in diesem Jahr auf den 10. März fällt. Dieser Tag markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen: Bis zu diesem Datum haben die Frauen in diesem Jahr nichts verdient, wenn sie den Rest des Jahres gleich viel verdienen würden wie Männer. Im Schnitt verdienen Frauen immer noch 19% weniger als Männer. Gerade in unserer momentanen Krise merken viele erst, wie systemrelevant klassische Frauenberufe sind, die aber immer noch schlecht bezahlt werden.
Aber auch familiär bedingte Unterbrechungen für die Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen sorgen für Einbußen im Erwerbsleben. Diese Unterbrechungen sind oft mit ein Grund, weshalb Frauen in manchen Brachen deutlich unterrepräsentiert sind, seltener Karriere machen und häufiger in Teilzeit oder Minijobs arbeiten.   

Vergleicht man das Einkommen der Geschlechter bei gleicher Qualifikation, in der gleichen Branche und gleicher Position, ergibt sich immer noch ein nicht zu erklärender Unterschied von sechs Prozent.

Am Donnerstag, 18. März 2021, machen die beiden katholischen Frauenverbände KDFB (Katholischer Deutscher Frauenbund) und kfd (Katholischen Frauen Deutschlands) auf diese Situation mit einem Informationsstand auf dem Wochenmarkt in Hillesheim aufmerksam.

Beide Verbände setzen sich für Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein und geben Frauen eine Stimme. 

Gudrun Nahrendorf (Gleichstellungsbeauftragte VG Gerolstein) und Stefanie Peters (Gemeindereferentin Hillesheim)