Jünkerath mit Ortsteil Glaadt im Portrait:


Nichts prägt den Ort bis heute so nachhaltig wie das durch Graf Salentin Ernst von Manderscheid-Blankenheim 1687 gegründete Eisenhüttenwerk „in unserer reichsfreien Herrschaft Jünkerath an der Kyll“. Die spätere „Jünkerather Gewerkschaft“ legte - neben der Anbindung an die Bahnstrecke Trier-Köln - den Grundstein für Industrie und Handel an der nördlichen Kyll und war bis in die Gegenwart Erwerbsquelle für Generationen.

Graf Salentin, als Förderer von Wirtschaft und Bildung der passende Namensgeber der beliebten Jünkerather Grund- und Realschule Plus, hätte sicher auch das neunzigjährige Bestehen des Ortes gewürdigt. Am 27. Februar 1930 wurde Jünkerath offiziell gegründet und zählt heute, mit dem Ortsteil Glaadt, der heimlichen „Urzelle“, 1.800 Einwohner, die sich wie ein langgezogenes Band entlang der Bahnlinie und Kyllufer verteilen.

Leider gehen, dem wirtschaftlichen Wandel geschuldet, Einzelhandelsunternehmen verloren. Hier setzt der Ort im Rahmen des 2010 begonnenen Dorfentwicklungsprojekts auf langfristige Umwidmung und Reaktivierung von Gebäuden und Flächen. Die geplante interkulturelle Begegnungsstätte auf der „Wiesbaumer Wies“ zwischen Radweg, Rathaus und Kyll, hat hier Leuchtturmcharakter.

An Bedeutung hat auch der Tourismus gewonnen: Zu vielseitigen Natur- und Freizeitaktivitäten laden - nicht nur in Pandemiezeiten - Wander- und Radwege wie der Kyllradweg, Burgruine und Stausee im Ortsteil Glaadt und nicht zuletzt die Angebote der örtlichen Vereine von Musik bis Sport. 


www.juenkerath.de


Vier Fragen an den Ortsbürgermeister Norbert Bischof:

  • Was macht Jünkerath lebenswert?

Wir bieten Schulen, Kindergarten, Ärzte, Apotheken, Geschäfte für den täglichen Bedarf, Bahnanbindung - kurz, fast alles, was das Herz begehrt. Eingebunden im Tal der Kyll, umrahmt von Wald und dazu Bauplätze mit Fernblick

  • Was hat sich in den letzten Jahren in der Gemeinde getan?

Die ersten zwei von vier Bausteinen eines Dorfentwicklungsprojektes (= Masterplan), nämlich die Herstellung einer neuen Bahnverkehrsstation und die Entwicklung der entbehrlichen Bahnflächen als Gewerbegebiet, sind erfolgreich abgeschlossen. Die Kindertagesstätte wurde erweitert, um die steigende Kinderzahl angemessen zu betreuen, und das Straßennetz sukzessive verbessert und erneuert.

  • Welche Projekte stehen für die Gemeinde an?

Zur Stärkung der Infrastrukturen von Gemeinde und Region ist die Fertigstellung des Masterplans mit Reaktivierung des Bahnhofsgebäudes und des gesamten Umfeldes im Zuge eines gemeinsamen Zukunftsprozesses wichtig. Dazu werden Menschen und viele öffentliche Stellen und überörtliche Planungen ein zu beziehen sein. Jünkerath ist nicht isoliert zu betrachten, sondern als eine große Gemeinde in der neuen Verbandsgemeinde Gerolstein im Kreis Vulkaneifel.

  • Wenn Sie einen Wunsch für Jünkerath frei hätten, dann…

ausreichende Finanzausstattung der Gemeinde, Pragmatismus für alle, Abbau der vorhandenen Standards, und mal wieder ein Bierchen zusammen mit Freunden in der örtlichen Gastronomie.